Bei dieser Raum-in-Raum-Installation lädt die Künstlerin,- die selbst viel alleine gereist ist, die Besucher ein,
einzeln in den von ihr gestalteten Raum einzutreten und die Tür von innen zu verriegeln. Man befindet sich jetzt in
dem knapp 9 qm großen, spartanisch eingerichteten und nur schwach beleuchteten Raum-im-Raum ganz auf sich gestellt.
Die Ausstattung eines einfachen Hotelzimmers der Dritten Welt wurde auf die wesentlichen Dinge reduziert: eine Schaumstoffauflage
deutet die Liegestatt an, eine Schüssel aus hauchdünnem elfenbeinfarbenem Wachs mit etwas Wasser ist die Waschgelegenheit und eine
über Eck gespannte Schnur, über der ein naturfarbenes Kleidungsstück hängt, dient als "Kleiderschrank". Die Wände aus
Rohnessel bieten lediglich einen gewissen Sichtschutz. Insgesamt ist die Farbgebung puristisch von rohweiß bis steingrau.
Dieser Reduktion auf der visuellen Ebene ist eine entsprechende Farbigkeit auf der akustischen entgegengesetzt. Sobald man den
Riegel vorgeschoben hat, ertönen Geräusche aus dem afrikanischen Alltag (Marktszenen, Straßengeräusche, Dialoge, Zikaden etc.)
Sowohl die Aufnahmen für den Soundtrack als auch das Tagebuch, das auf dem "Bett" liegt, sind während des einjährigen
Afrikaaufenthaltes entstanden und dokumentieren Ge(Er)lebtes.
Sponsor: RICHART'S Backhaus, München